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Schneederball Day


Host Du scho amoi an Liachtmess an Schneemo in sei Nosn bissn? I Scho

Es gibt ja so allerhand Brauchtümer und Feierdog auf da ganz´n Welt. Wos a gscheider Bayer is, der woaß zum Beispiel, dass am 2. Februar Maria Liachtmess is. Für de Knechte und Mägde war des früher da wichtigste Dog vom ganz´n Jahr, weil an Liachtmess begann und endete des Arbeitsjahr der Dienstboten.


An dem Dog hod da Bauer sein Geldbeutel aufmacha miaßn und de Dienstboten ham eana „Pulver“ (Arbeitslohn) für´s ganze Jahr kriagt. Um 1900 hod a Magd grod amoi 5 Mark Jahresgehalt ghabt. 5 Mark des san 2,50 Euro. Mit anderen Worten, des glangt heid grod no für a Tüt´n Kartoffelchips. Jetz stellt´s eich vor, ihr habt´s grod 1 Tüt´n Kartoffelchip´s, und de muaß a ganz Jahr lang glanga. Do daad se de Fastnzeit schee lang hiziang, meiliaba!

An Liachtmess san a de Wachskerzn für´s ganze Jahr gweiht worn. Ois Kinder san mir mit da Oma in de Kirch ganga und mia ham an Blasiussegen kriagt. Do hod da Pfarrer zwoa Kerzen über Kreuz an unsern Hals ghoidn und gsogt: „Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen“. Laut Erzählung hod da heilige Blasius nämlich an kloana Buam, der a Fischgräten verschluckt hod, sei Leben gerettet. A Woch drauf hob i trotzdem Halsweh ghabt. Vielleicht, weil i so a Lausbua war und bei mir zwoa Kerzen einfach z´wenig warn. Vorm Bösen bin i a ned bewahrt worn denn noch de Sommerferien hob i a recht a „hantige, meineidige“, oder auf guad neideutsch gsogt: a pädagogisch nicht sehr wertvolle Lehrerin kriagt – und des glei ganze zwoa Jahr lang.

Weil de in Amerika koane so scheena alten Bräuche und Bauernfeierdog wia mia ned ham, so ham´s selba wos erfinden miaßn, damit´s am 2. Februar a wos zum Feiern ham. Des ganze hoaßt bei dene dann: „Groundhog Day“ (Murmeltiertag). Im US-Bundesstaat Pennsylvania gibt’s a kloane Stadt, de hoaßt Punxsutawney. Bei uns in Niederbayern war des so ungefähr wia „Grammekam“, oder „Boandlkofa“. Ganz Amerika schaut an dem Dog auf Punxsutawney, genauer gsogt auf a kloans Murmeltier namens „Punxsutawney Phil“. Wenn des Murmeltier am Liachtmessdog aus seim Bau kimmt und seinen eigenen Schatten sieht, also wenn de Sonna scheint am 2. Februar in Punxsutawney, dann sogt de amerikanische Bauernregel, dass da Winter no mindestes 6 Wochen lang dauert. Wirft des Murmeltier koan Schatten, dann gfreid se ganz Amerika, weil da Frühling boid kimmt. I glaub, dene in Alaska is des aber Wurst, de Mexikaner a. Und ganz ehrlich gsogt, uns Bayern konns a wurst sei.

Da unsere jüngere Generation solche „oidzopfadn“ (altgebackenen) Feierdog wia Liachtmess von Haus aus uncool find´t, hob i ma denkt, es muaß in Zeiten der Globalisierung a neia Feierdog her. De neimoderna Omas gehen mit de Enkelkinda eh vui liaba in a Fastfoodrestaurant auf an „Fischsemmeburger“ ois in´d Kirch auf an Blasiussegen. De „baazwoachen“ Fischsemmeln ham außerdem eh koane Grätn ned, und so besteht a koa Erstickungsgefahr. Vielleicht sollt da moderne Pfarrer jetz im Fastfoodrestaurant vo Tisch zu Tisch geh, de Kinder zwoa Kerzn hinhalten und dabei song: „Der heilige Blasius bewahre Dich vorm Übelsein, auf dass Du mußt keine „Fischsemmeburger speim“.

© Akita Mani Yo


Mein neuer, zum Patent angemeldete bayerische Feierdog hoaßt: „Schneederball-Day“. Jeden 2. Februar miaßn ab jetzt zwoa Schneemänner „gwuzelt“ (gerollt, gebaut) wern. Zum Einen, ein boarischer Schneemo namens „Blasius“. Der hod an Federballschläger in da Hand und a Bomberlhaum am Kopf drom. Zum Anderen sein amerikanischer Gegenspieler names „Punxsutawney Phil“. Der hod koan Federballschläger, sondern an Badmintonschläger. Des is zwar im Prinzip des Gleiche, aber Badmintonschläger klingt einfach amerikanischer und is somit automatisch besser, so wia ois andere a „besser“ is, wos aus Amerika kimmt. Er hod a koa Bomberlhaum auf´n Kopf , sondern so an Verschnitt aus Cowboyhut und Zylinderhut.

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De beiden spuin dann „Schneederball“ und ballern se mit eanane Schläga solang de Schneebälle um de Ohren, bis oan vo dene zwoa sei "Gelberuamnosn“ aus´m Gsicht reißt. Der Schneemo, der ois ersta koa Nosn mehr im Gsicht hod, der hod verloren, und da ander hod folglich um a ganze Nasenlänge gewonnen.

Wos hod des jetz für Auswirkungen auf unser Wetter
bzw. auf de Zukunft der beiden Schneemänner?!


© Akita Mani Yo

Ganz einfach: wenn da Blasius z.B. gewinnt, dann hoaßt des für uns in Bayern, dass noch dem 2. Februar no mindestens sechs Wochan lang saukoid is, es bleibt weiterhin Winter, und alle bayerischen Schneemänner gfrein se bis tiaf unter eana Bomberlhaum, weils no ned so schnell ins „Frühjahrsschwitzen“ kemman. Des is zwar schlecht für uns, aber guad und lebensnotwändig für de ganzn bayerischen Schneemänner. Umgekehrt gfrein se dann aber de Menschen in Pennsylvania, weil da Frühling dort eher kimmt und da Schnee zammaschmuizt.

Beim dem diesjährigen „Schneederball-Day“ hinterm Haus auf da Pollnerischen Schafwiesen is wieda recht wuid zuaganga. Da Blasi und da Phil ham se de Schneederbälle zwoa Stund lang ohne Nasenverlust zuagschossn. Zum Schluß hob i dann eischreitn miaßn und hob dera Sach a End gmacht. I bin einfach herganga und hob an Blasi in sei Nosn bissn und eam sein großen Zinken raziputz zammagfressn. Bei dera Gelberuamgröße war des zwar a Überdosis an Vitamin A für mi, aber a des Aus für´n bayerischen Winter. In da Nacht vom 2. auf 3. Februar is glei a warmer Föhnsturm kemma und es hod taut. Grod gurgelt hod des Schneewasser in de Dachrinnen. I hob glei an Rasenmäher tankt und mi gfreid auf´s Rasenmähen, hob de Liegen naus auf de Terassn, mia a frische Radlermaß eigschenkt und de erstn Salatpflanzl im Mistbeetl gsetzt.

Irgendwos stimmt aber ned, heid hod´s scho wieder gschneit. I glaub do mog mi oana verarschen!

Und ganz ehrlich gsogt: "De Feierdog san a nimma wos amoi warn..."

 
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